18.08.2026

Niederlande

Lennox Lehmann kämpft sich nach Sturz in Assen zurück und sichert sich Podestplatz am Sonntag

Lennox Lehmann kämpft sich nach Sturz in Assen zurück und sichert sich Podestplatz am Sonntag

Lennox Lehmann⁠ erlebte am EuroMoto Supersport-Wochenende in Assen zwei sehr unterschiedliche Seiten. Nachdem er das ganze Wochenende über das Tempo hatte, um um den Sieg zu kämpfen, stürzte der Fahrer des Teams APRECO ⁠in der letzten Runde von Rennen 1 in Führung liegend. Trotz Schmerzen im Bein und Knöchel nach dem Unfall kehrte Lehmann am Sonntag zurück und sicherte sich den dritten Platz in Rennen 2.

Das Assen-Wochenende begann für Lehmann und die Yamaha R9⁠ positiv, obwohl das Team anfangs noch etwas Arbeit am Setup hatte.

Starke Fortschritte im Training

Lehmann startete am Freitag mit Problemen beim Grip am Hinterrad sowie mit Chattering an der Front seiner Yamaha. Zusammen mit seiner Crew konnte er jedoch vor dem zweiten Freien Training und dem Qualifying deutliche Fortschritte erzielen.

In der kombinierten Wertung des Freien Trainings belegte Lehmann mit einer Zeit von 1:41.437 den dritten Platz. Teamkollege Dirk Geiger⁠ führte die Session mit einer 1:40.547 an, während Luca Göttlicher die beiden APRECO-Fahrer auf Platz zwei trennte.

„Insgesamt war es ein gutes Wochenende. Wir sind solide ins FP1 gestartet, obwohl wir einige Probleme mit dem Grip am Hinterrad und Chattering an der Front hatten. Meine Crew hat einen tollen Job gemacht, um diese Probleme für das zweite Training und das erste Qualifying zu beheben.“

Der Samstagmorgen brachte dann nasse Bedingungen nach Assen. Die Rundenzeiten aus dieser Session entschieden zwar letztlich nicht über die Startaufstellung, aber die Runden im Regen lieferten wertvolle Informationen für Lehmann und das Team.

„Das nasse Qualifying am Samstagmorgen hat auch mir persönlich geholfen. Wir hatten bisher ein paar Probleme im Regen, daher hat uns die Session einige nützliche Daten geliefert.“

Das entscheidende Qualifying-Ergebnis kam aus Q1, wo sich Lehmann mit einer 1:40.925 den dritten Startplatz sicherte. Er lag 0,574 Sekunden hinter dem Polesetter Geiger und nur 0,135 Sekunden hinter Göttlicher.

Rennen 1: Sieg entgleitet in der letzten Runde

Rennen 1 entwickelte sich zu einem Rennen, das eines der stärksten von Lehmann in dieser Saison zu werden versprach.

Während Geiger aufgrund der verbleibenden Strafe nach dem Motorwechsel in Oschersleben aus der Boxengasse starten musste, konnte Lehmann von Beginn an an der Spitze mitkämpfen.

Fast das gesamte 13-Runden-Rennen über kontrollierte Lehmann das Geschehen an der Spitze und brachte sich in eine hervorragende Position, um den Sieg einzufahren.

„Im ersten Rennen war bis zur letzten Runde alles perfekt. Ich habe fast jede Runde geführt, und sowohl das Gefühl auf dem Motorrad als auch die Strategie waren genau richtig, um den Sieg einzufahren.“

Doch in der letzten Runde änderte sich das Rennen komplett.

In Führung liegend erlitt Lehmann einen Highside-Sturz und wurde von seiner Yamaha R9⁠ abgeworfen. Der Sturz beendete sein Rennen sofort, und was nach einem potenziellen Sieg aussah, wurde zu einem Ausfall (DNF).

Lehmann kam ohne schwere Verletzungen davon, ging aber mit Schmerzen im Bein und Knöchel in das zweite Rennen am Sonntag.

„In der letzten Runde hat mich dann für einen Moment mein Talent verlassen! Ich hatte einen ziemlich heftigen Highside und wurde ziemlich schmerzhaft ins Gras geschleudert.“

Der Vorfall eröffnete auch den Kampf um den Sieg in Rennen 1 hinter ihm. Geiger, der sich nach dem Start aus der Boxengasse durch das Feld gekämpft hatte, erbte schließlich den Sieg, nachdem Daniel Blin eine Drei-Sekunden-Zeitstrafe wegen Abkürzens erhalten hatte.

Kampf gegen den Schmerz in Rennen 2

Trotz der körperlichen Folgen des Sturzes am Samstag kehrte Lehmann am Sonntag für Rennen 2 in die Startaufstellung zurück.

Diesmal kontrollierte Geiger das Rennen an der Spitze, während Lehmann zusammen mit Meisterschaftskonkurrent Daniel Blin im Kampf um das Podium blieb.

Gegen Ende des 13-Runden-Rennens machten sich die Auswirkungen des Sturzes immer deutlicher bemerkbar. Lehmann fehlte in der Schlussphase die Kraft, um Blin anzugreifen, brachte das Motorrad aber dennoch auf dem dritten Platz ins Ziel.

Er überquerte die Ziellinie 3,628 Sekunden hinter dem Rennsieger Geiger und 1,826 Sekunden hinter Blin und sicherte dem Team APRECO⁠ damit ein weiteres Podium.

„Das zweite Rennen am Sonntag begann mit ziemlichen Schmerzen im Bein und Knöchel. In den letzten Runden hatte ich einfach nicht mehr genug Kraft, um mit Blin zu kämpfen. Aber ich war trotzdem ziemlich froh, das Wochenende auf dem Podium zu beenden.“

Dritter in der Meisterschaft nach Assen

Trotz des Verlusts wertvoller Punkte durch den Ausfall am Samstag bleibt Lehmann Dritter in der EuroMoto Supersport-Meisterschaft.

Nach Assen führt Geiger die Wertung mit 193 Punkten an, gefolgt von Blin mit 180. Lehmann belegt mit 140 Punkten den dritten Platz.

Das Ergebnis spiegelt nicht ganz das Tempo wider, das Lehmann am Wochenende gezeigt hat. Mit dem dritten Platz sowohl im Freien Training als auch im Qualifying, einem fast vollständigen Rennen an der Spitze am Samstag und einem Podium trotz Schmerzen am Sonntag unterstrich Assen einmal mehr das Potenzial von Lehmann und der Yamaha R9⁠.

Für das Team APRECO⁠ bot der Sonntag ebenfalls einen starken Abschluss seines Heimwochenendes: Geiger holte den Sieg und Lehmann komplettierte ein Doppelpodium für das Team.